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Umfänglicher Plagiatschutz und lückenlose Überwachung von CFK-Bauteilen

Das Forschungsprojekt "gecheckt" ermöglicht Herstellern zukünftig einen umfänglichen Plagiatsschutz, lückenlose Verfolgbarkeit und individuelle Bauteilüberwachung für den gesamten Lebenszyklus. Mit einem Fördervolumen von rund 342.000 Euro aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) arbeiten der Spezialist für RFID-Systeme tagItron aus Salzkotten und das Faserinstitut aus Bremen ab Oktober 2020 zusammen an der Entwicklung eines minimalinvasiven RFID-Transponders zur erstmaligen Integration mittels Overmolding in CFK-Bauteile.

Neben einfachen Labeln oder Barcodes werden in vielen Branchen, wie z.B. der Luftfahrt oder der Automobilbranche, bereits heute RFID-Transponder eingesetzt, um Bauteile innerhalb des eigenen Fertigungs- und Logistikprozesses zu verfolgen. Diese sind zumeist außen am Bauteil aufgeklebt oder angehängt, können so jedoch leicht verloren gehen, beschädigt oder von Dritten entfernt werden. Bei bereits eingebauten Bauteilen fehlt eine digitale Identifizierungskennzeichnung zumeist gänzlich, da diese nur innerhalb des eigenen Handling-Prozesses bis hin zum Einbau genutzt werden. Viele Hersteller haben daher mit Produktpiraterie zu kämpfen. Plagiate lassen sich nur mit hohem personellen Aufwand erkennen und aus dem Verkehr ziehen. Gerade bei hochqualitativen und sicherheitsrelevanten Bauteilen (z.B. Bremsscheiben, Flugzeugteile) stellt dies nicht nur ein massives Sicherheitsproblem dar, sondern sorgt bei den Originalherstellern neben erheblichen Imageschäden auch für drastische Umsatzeinbußen. Weltweit wird der jährliche Schaden durch Plagiate auf ca. 660 Milliarden Euro geschätzt.

Die Projektpartner von "gecheckt" haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen RFID-Transponder zu entwickeln, der erstmals im Rahmen des Carbon-Kurzfaser-Overmoldingverfahrens vollständig in das Bauteilmaterial integriert werden kann. Dadurch wird eine lebenslange und eindeutige Identifizierung des Bauteils und damit auch die Fälschungssicherheit garantiert. Über zusätzlich integrierbare Sensorik sollen weitere Funktionalitäten realisiert werden, wie z.B. die Messung der inneren Bauteiltemperatur oder der mechanischen Dehnung. Diese Messwerte können dann beispielsweise zum Nachweis von Manipulationen („Tamper Proof“), einer möglichen unzulässigen Falschanwendung sowie zur Anzeige von mechanischem Verschleiß oder der Zerstörung des Bauteils verwendet werden.

Die Idee zum Projekt „gecheckt“ ist im Rahmen des Innovationsnetzwerks PREVON – Production Evolution Network entstanden, das über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wird. Im Zuge der Mitgliedschaft werden die Partner aktiv bei der Realisierung von F&E-Projekten sowie der Sicherstellung der Finanzierung unterstützt. Betreut wird PREVON von der IWS GmbH, die auch das Antragsmanagement der Kooperationsprojekte übernimmt und die Mitglieder intensiv bei der Entwicklung neuer Technologien begleitet. 


Projektpartner "gecheckt":